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Im Westen nichts Neues : Roman
Remarque, Erich Maria
Geplaatst op Donderdag 30 augustus 2001


DAS VORWORT CIJFER: 9

Ich habe das Buch »Im Westen nichts Neues« erstens gewählt, weil ich ein Liebhaber von Kriegsbüchern bin. Eigentlich dachte ich dass es über den 2. Weltkrieg handeln würde, aber schon schnell entdeckte ich, dass es über den 1. Weltkrieg handelte. Es hat mir am besten von alle Kriegsbüchern gefallen die ich bis jetzt gelesen habe. Und das ist auch nicht so überraschend, weil, und das ist das zweite Motiv, dieses Buch eines der sensationellsten Erfolgsbücher der deutschen Literatur überhaupt ist; und dann muss man so ein Buch einfach lesen.
Was mir am Buch am besten gefallen hat ist der sachliche, dann und wann selbst zynische Stil des Autors. Desweiteren ist auch die Geschichte ansich einfach Klasse.


DER AUTOR

Erich Maria Remarque (Pseudonym für Erich Paul Remark) wurde am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren. Den Zweitnamen `Maria` verwendet er erstmals nach den Erfolgen als Lyriker im November 1922, die Französisierung seines Namens zwei Jahre später in Berlin. Er kam 1916 als Kriegsfreiwilliger von der Schulbank an die Front und wurde mehrere Male verletzt. Im Oktober 1918 wurde er entlassen und 1919 wurde er Lehrer. Doch die Erinnerungen an den Krieg waren zu gross um unbeschrieben liegen gelassen zu werden. Er sah nicht ein wozu er den Kindern Rechnen beibringen musste, wo man sie doch besser auf dass Leben vorbereiten sollte. Er nahm verschiedene Stellen an. Er versuchte sich als Buchhalter, Kaufmann, Grabstein- und Denkmalpfleger, bis er 1924 als Sportredakteur bei »Sport im Bild« arbeitete. Unterdessen hatte er geheiratet. 1927 schrieb er in Berlin in sechs Wochen den Roman »Im Westen nichts Neues«, der 1929 erschien. Bereits 1930 wurde das Buch verfilmt. 1931 erschien sein dritter Roman »Der Weg zurück«. Mit seinen Antikriegsromanen stiess er bei der immer stärker werdenden NSDAP auf keine Freunde. Diese Partei beschleunigte u.a. Remarques Ausreise in die Schweiz, die 1933 erfolgte. Im selben Jahr wurden seine Bücher öffentlich verbrannt. Es führte soweit, dass man ihm 1938 die deutsche Staatsbürgerschaft entzog. Während des Krieges lies er sich in den Vereinigten Staaten nieder, wo er 1947 amerikanischer Staatsbürger wurde. Inzwischen hatte er »Drei Kameraden«, »Liebe Deinen Nächsten« und »Arc de Triomphe« geschrieben. Er genoss das Leben der »High-Society« in vollen Zügen und pflegte den Kontakt zu seinen Freunden, wozu auch Marlene Dietrich gehörte. Ab 1951 pendelte er zwischen New York und seiner Villa Porto Ronco (Tessin). Seit seiner Ausreise war Remarque nie wieder in Osnabrück gewesen, obwohl ihm die Stadt nach wie vor am Herzen lag. Zwischen 1952 und 1957 schrieb er drei weitere berühmte Romane, bevor er 1958 das zweite Mal heiratete. 1968 arbeitete er an seinem letzten Roman »Schatten im Paradies«, der erst nach seinem Tod erschien. Remarque starb am 25. September 1970 nach langem Herzleiden im Krankenhaus von Locarno.
Es fällt dem Leser leicht anzunehmen, dass der Inhalt des Buches keine Autobiographie ist. Und doch ist es so. Remarque gehörte zwar zu der Generation, `die vom Krieg zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkamen‘, aber die Schicksale von Paul Bäumer und seinen Kameraden waren nicht seine.


DIE STRÖMUNG / GATTUNG

Dieser Antikriegsroman ist ein typisches Beispiel für ein Buch aus der Neue Sachlichkeit, weil es das Leid und das Elend sehr schonungslos darstellt. Manche Vorfälle sind mit sehr dürren Worten dargestellt, so wie folgendes:
Ich sehe einen von ihnen in einen spanischen Reiter stürzen, das Gesicht hoch erhoben. Der Körper sackt zusammen, die Hände bleiben hängen, als wollte er beten. Dann fällt der Körper ganz weg, und nur noch die abgeschossen Hände mit den Armstümpfen hängen im Draht. (S.93)
und: Neben mir wird einem Gefreiten der Kopf abgerissen. Er läuft noch einige Schritte, während das Blut ihm wie ein Springbrunnen aus dem Hals schiesst. (S.94)
Diese zwei Stellen sind so nüchtern in den Text eingebaut, dass es den Vorfall noch realistischer macht. Und gerade das kennzeichnet ein typisch den `Neue-Sachlichkeit-Stil`.


DER AUFBAU

Das Buch hat Zwölf numerierte Kapitel ohne Titel. Es ist in der Ich-Perspektive geschrieben, wobei die Ich-Person Paul Bäumer ist. Alles wird mit den Augen dieses Neunzehnjährigen gesehen, der ein Jahr davor noch ein ahnungsloser Schüler ist gewesen. Es gibt viele verschiedene Handlungsorte und die Szenen dauern darum auch nicht sehr lange. Die Geschichte wird eigentlich chronologisch erzählt. Nur gibt es dann und wann einige Rückblenden, hauptsächlich am Anfang des Buches in der Ruhestellung hinter der Front, wo Paul sich zurückerinnert an seine Schulzeit.



DER TITEL

Der Titel »Im Westen nichts Neues« zielt auf den Tag, an dem Paul stirbt. Nachdem Kat gestorben ist, fällt auch Paul als Letzter der Gruppe kurz vor Ende des Krieges.
Er fiel im Oktober 1918, an einem Tag, der so ruhig und still war an der ganzen Front, dass der Heeresbericht sich nur auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden. (S.228)
Das Buch hat auch ein Motto, das lautet:
Dieses Buch soll weder eine Anklage
Noch ein Bekenntnis sein.
Es soll nur den Versuch machen,
Über eine Generation zu berichten,
Die vom Kriege zerstört wurde –
Auch wenn sie seinen Granaten entkam.
Der Autor meint hiermit, dass das Leben der Jugend zerstört ist...


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